Argumentieren: Die Kunst, mit zwei Prinzipien zu überzeugen - Lifecoach München

Argumentieren: Die Kunst, mit zwei Prinzipien zu überzeugen

von | Arbeit und Zeitmanagement | 0 Kommentare

„Nein, wir haben es immer schon so gemacht und werden es deswegen wieder so machen“, sagt Callidas Chefin knapp, wenn Callida vorschlägt, dass jeder Mitarbeiter seinen Partner zum diesjährigen Firmenausflug mitbringen könnte. In diesem Moment erkennt sie, dass weiteres Argumentieren sinnlos ist. Sie schämt sich und fühlt sich machtlos.

Callida ist mit der Organisation des Ausflugs betraut und hatte eine originelle Location vorgeschlagen, um das alljährliche Dinner über den Dächern von München aufzufrischen. Die Reaktion ihrer Chefin verunsichert Callida und macht sie perplex.

Ihre Schüchternheit hindert sie daran, ihrer Chefin zu widersprechen. Später teilen ihre Kollegen ihre Enttäuschung und ihren Ärger über die Entscheidung der Chefin. Dieser Vorfall ist kein Einzelfall und trübt Callidas Freude an der Arbeit, obwohl sie ihre Tätigkeit insgesamt liebt und sogar als ihre Berufung ansieht.

 

Bloggeschichte: Argumentieren mit Überzeugungskraft

 

1 Analyse Life Coach: Ziele und praktische Tools
2 Fazit: Die Bedeutung von Kooperation und Klarheit
3 Was ist Argumentieren?
4 Argumentieren und Psychologie
5 Tipps: argumentieren

 

1. Analyse Life Coach: Ziele und praktische Tools

 

Callida kommt zu mir und möchte sich mit dem Thema Argumentieren auseinandersetzen, nachdem sie von ihrer Chefin mit einem Konflikt konfrontiert wurde.

Sie möchte 3 Ziele erreichen:

1. Selbstwert steigern
2. Konflikte meistern
3. besser argumentieren und überzeugen

 

Ziel 1: Selbstwert steigern

Callida strebt danach, ihr Selbstwertgefühl zu stärken, um selbstbewusster in Konfliktsituationen aufzutreten. Ein gesteigertes Selbstwertgefühl wird es ihr ermöglichen, mit mehr Überzeugung und Gelassenheit ihre Standpunkte zu vertreten.

Praktische Übung: Die Facetten des Selbstwerts erkennen

Callida lernt, die verschiedenen Aspekte ihres Selbstwerts zu identifizieren und zu verstehen. Durch Reflexion und Selbstbeobachtung gewinnt sie ein tieferes Verständnis für ihre Stärken und Werte. Dies führt dazu, dass sie trotz ihrer Hochsensibilität selbstsicherer und selbstbewusster auftritt. Sie ist sich ihrer eigenen Fähigkeiten und Werte bewusst und kann dadurch souverän agieren.

 

Ziel 2: Konflikte managen

Callida möchte lernen, Konflikte effektiver zu bewältigen und dabei ihre kommunikativen Fähigkeiten zu verbessern. Sie strebt danach, Probleme konstruktiv anzugehen und eine kooperative Gesprächsbasis zu schaffen.

Praktische Übung: Kooperative Kommunikation in Rollenspielen

Wir führen Rollenspiele durch, in denen sie zuerst kooperativ reagiert und Verständnis signalisiert, bevor sie ihre eigenen Argumente präsentiert. Diese Übung hilft ihr, einen respektvollen und offenen Kommunikationsstil zu entwickeln. Durch diese neue Herangehensweise gewinnt sie den Respekt ihrer Chefin und schafft eine positive Basis für weitere Gespräche. Ihre ängstliche Haltung hat sie überwunden, sie ist jetzt motivierter in der Arbeit.

 

Ziel 3: Argumentieren und überzeugen

 

Callida möchte ihre Fähigkeiten im Bereich der Argumentation und Überzeugungskraft weiterentwickeln, um effektiver in Diskussionen und Gesprächen agieren zu können. Sie hat jetzt erkannt, dass ihre, etwas narzisstische Chefin, ein Scheinargument benutzt hat.

Praktische Übung: Überzeugendes Präsentieren und Argumentieren

Callida übt, ihre Argumente strukturiert und überzeugend zu präsentieren. Sie verwendet die vier Schritte des Argumentierens (Behauptung, Begründung, Beispiel, Schlussfolgerung) und zeigt ihrer Chefin auf diese Weise, wie ein Firmenausflug mit Partnern die Teamdynamik stärken und das Arbeitsklima verbessern kann.
Durch diese rhetorisch überzeugende Präsentation gelingt es Callida, ihre Chefin davon zu überzeugen, den Vorschlag für den diesjährigen Ausflug anzunehmen. Sie ist glücklich, dass sie ihre Ziele so schnell erreicht hat.

 

2. Die Bedeutung von Kooperation und Klarheit

Callidas Erfahrung zeigt deutlich, wie wichtig Kooperation und klare Argumentation sind. Indem sie zuerst kooperativ reagiert und Verständnis signalisiert, schafft sie eine positive Gesprächsatmosphäre mit ihrer Chefin, dadurch gewinnt sie deren Respekt und kann dann klar und selbstbewusst ihre Argumente präsentieren.
Kooperation und klare Argumentation sind also entscheidend, um erfolgreich zu überzeugen und positive Veränderungen anzustoßen.

 

3. Was ist Argumentieren?

 

Beim Argumentieren vertritt man im Idealfall einen wichtigen Standpunkt oder eine klare Behauptung, mit dem Ziel jemanden zu überzeugen. Wenn man richtig argumentieren will, dürfen Begründungen und Beispiele nicht fehlen. Um gut argumentieren zu können, ist es wichtig sich an 4 einfache Schritte zu halten:

1) Behauptung → die Ausgangsthese (sie soll relevant und eindeutig sein)

2) Begründung → Erklärung, wieso die Behauptung wichtig und richtig ist

3) Beispiel → zeigt die Wichtigkeit von Behauptung und Begründung und liefert Beweise

4) Schlussfolgerung → hier werden die 3 vorherigen Schritte in einen Zusammenhang und zum Punkt gebracht

 

4. Argumentieren: Die 6 Prinzipien der Überzeugung

 

Die sechs Prinzipien der Überzeugung, von Psychologie Professor und Experte Robert B. Cialdini für persuasive Kommunikation, beschreiben psychologische Mechanismen, die darauf abzielen, das Verhalten anderer zu beeinflussen.

Ob diese Prinzipien als Überzeugung oder Manipulation betrachtet werden, hängt stark von der Intention und dem Kontext ab, in dem sie angewendet werden.

 

Die 6 Prinzipien des Überzeugens:

 

1. Das Prinzip der Reziprozität:

Menschen fühlen sich verpflichtet, das zurückzugeben, was sie erhalten haben. Zum Beispiel sind Menschen eher bereit, in einem Restaurant Trinkgeld zu geben, nachdem ihnen dort ein kostenloser Aperitif angeboten wurde.

 

2. Das Prinzip des Commitments und der Konsistenz:

Menschen streben danach, zu ihren früheren Entscheidungen und Aussagen konsistent zu erscheinen. Wenn jemand öffentlich erklärt hat, gesünder zu essen, wird er sich eher an diese Aussage halten.

 

3. Das Prinzip der sozialen Bewährtheit:

Wir orientieren uns oft am Verhalten anderer, um zu entscheiden, was angemessen ist. Wenn viele Leute eine App verwenden, neigen andere dazu, sich diese ebenso runterzuladen und zu nutzen.

 

4. Das Prinzip der Sympathie:

Menschen lassen sich eher von Personen überzeugen, die sie mögen und die ihnen ähnlich sind. Ein Verkäufer kann seine Chancen verbessern, wenn er sich auf Gemeinsamkeiten mit dem Kunden bezieht.

 

5. Das Prinzip der Autorität:

Menschen neigen dazu, Anweisungen von Personen zu befolgen, die als Autoritäten angesehen werden. Ein Arzt kann leichter Patienten überzeugen, bestimmte Medikamente einzunehmen.

 

6. Das Prinzip der Knappheit:

Menschen schätzen Dinge mehr, wenn sie knapp oder begrenzt sind. Ein Angebot wie „nur noch 3 Artikel verfügbar“ kann den Kaufanreiz erhöhen.

 

5. besser argumentieren: 15 Tipps

 

1. Richtig zuhören:

Konzentriere dich darauf, aktiv zuzuhören, anstatt nur auf deine eigene Antwort zu warten. Zeige Interesse an den Aussagen deines Gesprächspartners, indem du ihm deine volle Aufmerksamkeit schenkst.

2. Schlau agieren:

Gib der anderen Person das Gefühl, dass eine (philosophische) Idee von ihr stammt, das kann helfen, eine offene Diskussion zu fördern.

3. Anerkennung zeigen:

Zeige Anerkennung und Lob für die Ideen und Meinungen anderer, bevor du deine Argumente präsentierst. Dies schafft eine positive Gesprächsatmosphäre.

4. Empathie:

Versuche, dich in die Lage deines Gesprächspartners zu versetzen. Verstehe seine Perspektive und Gefühle, um besser darauf eingehen zu können.

5. Klare Struktur:

Strukturiere deine Argumente in klaren Schritten, wie Behauptung, Begründung, Beispiel und Schlussfolgerung, um deine Überzeugungskraft zu stärken.

6. Körpersprache:

Achte auf deine Körpersprache, um Selbstbewusstsein und Offenheit auszustrahlen. Halte Blickkontakt und zeige eine aufrechte Haltung.

7. Hochsensibilität berücksichtigen:

Sei besonders einfühlsam, wenn du weißt, dass dein Gesprächspartner hochsensibel ist. Achte auf eine sanfte Gesprächsführung.

8. Kognitive Dissonanz erkennen:

Gehe behutsam vor und zeige Respekt für unterschiedliche Ansichten. Menschen neigen dazu, Informationen zu ignorieren, die ihren Überzeugungen widersprechen.

9. Mindset beachten:

Ermutige dein Gegenüber, ein positives Mindset zu entwickeln, indem du auf Chancen und Lösungen, statt auf Probleme hinweist.

10. Authentizität:

Bleibe authentisch und ehrlich, um Vertrauen aufzubauen

11. Cool und gelassen bleiben:

Behalte einen kühlen Kopf und bleibe gelassen, auch wenn die Diskussion hitzig wird. Emotionale Kontrolle und Coolness sind entscheidend

12. Gemeinsamkeiten suchen:

Finde Gemeinsamkeiten und Schnittmengen in euren Standpunkten, um eine Basis für ein konstruktives Gespräch zu schaffen.

13. Sprachgewandtheit anpassen:

Passe deine Sprache an das Verständnisniveau deines Gesprächspartners an. Vermeide Fachbegriffe oder komplizierte Ausdrücke, um Missverständnisse zu vermeiden.

14. Storytelling:

Verwende Geschichten oder Fallbeispiele, um komplexe Themen greifbarer und einprägsamer zu machen.

15. Charisma und Ausdruck:

Arbeite an deinem persönlichen Ausdruck und deiner Körpersprache, um Charisma und Überzeugungskraft zu steigern.

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