Charisma im Beruf: Warum benötigte Aristoteles dafür nur 3 Begriffe?

von | Arbeit und Zeitmanagement | 2 Kommentare

Charisma ist für viele Menschen zwar schwer greifbar, trotzdem weiß fast jeder, was damit gemeint ist:

„Ihre Ausstrahlung scheint jeden Winkel zu erhellen und die Konturen der Realität zu verschönern. Etwas Mysteriöses umgibt sie, als ob sie die Geheimnisse der Welt in ihren Augen tragen würde.‘

Ähnlich poetisch beschreibt Anita die Wirkung, die ihre Kollegin Felicitas auf die Mitarbeiter des Architekturbüros hat.

Sie wünscht sich auch eine solche Ausstrahlung. Dabei ist ihr bewusst, dass manche Menschen eine natürliche Begabung haben, die mit Charisma oder Anziehungskraft in Verbindung steht.

Sie hat einen Zettel mitgenommen, auf dem sie ihre Ziele gekritzelt hat:

Charismatischer werden
Schüchternheit ablegen
Lernen, interessante Gespräche zu führen.

 

Text: Charisma im Beruf: Warum benötigte Aristoteles dafür nur 3 Begriffe?

 

Inhalt: Charisma im Beruf

1. Charisma im Beruf: Analyse Life Coach
2. Charisma im Beruf: Ziele und praktische Tools
3. Psychologie: Charisma und Narzissmus
4. Charisma im Beruf – Philosophie: Charisma als Logos, Ethos und Pathos?
5. Fünfzehn Merkmale für Charisma
6. Charisma oder Narzissmus?
7. Fazit Charisma im Beruf

 

1. Charisma im Beruf: Analyse Lifecoach

Anitas Hauptziel, charismatischer zu werden, wird von ihrer Bewunderung für ihre Kollegin inspiriert. Sie ist fasziniert von der Wirkung, die ihre Präsenz auf andere hat. Als hochsensible Person sehnt sie sich danach, ähnliche Qualitäten zu entwickeln und eine ähnliche Ausstrahlung zu erlangen.

Ihre Angst, dass es sich bei ihrer Kollegin vielleicht doch um eine Narzisstin handeln könnte, konnten wir ausräumen, dazu später mehr

 

2. Charisma im Beruf: Ziele und praktische Tools

Um Anitas Charisma zu steigern, konzentrieren wir uns darauf, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und ihre Körpersprache zu verbessern.

Um ihre Schüchternheit zu überwinden und sich im Smalltalk zu üben, besuchen wir Cafés und Bars. Dort lernt sie den Übergang vom Smalltalk zu tieferen Gesprächen zu meistern.

 

Ziel 1 Selbstwert steigern

Charisma beginnt mit einem starken Selbstwertgefühl. Anita erkennt, dass es wichtig ist, sich ihrer eigenen Stärken und Fähigkeiten bewusst zu werden und sich selbst zu akzeptieren.

Praktische Tools: best self und Körpersprache

Best Self-Übung:

Anita führt eine „best self“-Übung durch, indem sie sich an einen Moment erinnert, in dem sie sich besonders frei, gelassen, glücklich, erfolgreich und selbstbewusst fühlte: während eines begeisternden Vortrags in ihrer Schulzeit am Gymnasium. Indem sie diese Erinnerung mit allen Sinnen neu erlebt, wird Anita sich auch wieder bewusst, welche Stärke ihre Körpersprache ausstrahlte. Sie schafft es, dieses Gefühl auch in ihre Vorträge bei der Arbeit zurückzuholen.

 

Ziel 2 – Schüchternheit ablegen

Um charismatischer zu werden, ist es wichtig, dass Anita ihre Schüchternheit in arbeitsbezogenen Situationen überwindet. Wir gehen die von Aristoteles verwendeten Begriffe Logos, Pathos und Ethos durch, damit Ihre Gespräche überzeugender wirken. Rollenspiele und praktische Übungen helfen ihr, sich in Gesprächen mit Kollegen wohler zu fühlen und selbstsicherer aufzutreten.

Praktische Tools: abholen, Komplimente und Storytelling

Anita übt aktiv in Rollenspielen das Gespräch zu beginnen, durch ein freundliches Lächeln, Blickkontakt oder aufmerksames Zuhören.

Subtile Komplimente geben: Sie lernt, authentische und subtile Komplimente zu machen, um positive Interaktionen zu fördern.

Storytelling: Sie nutzt Logos, Pathos und Ethos, um ihre Gespräche zu verbessern.

 

Ziel 3 – Smalltalk und vertiefende Gespräche

Um die Magie des Charismas zu entfalten, übt Anita mit mir Smalltalk in Cafés und Bars zu führen und Menschen geschickt in tiefere Gespräche zu lenken.

Praktische Tools: Smalltalk in realen Situationen

Anita übt gezielt in Cafés, um ihre Smalltalk-Fähigkeiten in der Praxis zu verbessern. Dabei stellt sie offene Fragen und schafft eine entspannte Atmosphäre, auch wenn jemand gelegentlich irritiert reagiert. Diese Übungen haben sich nicht nur im persönlichen Bereich ausgezahlt, sondern auch in ihrem beruflichen Leben.

 

Fazit: Charisma im Beruf

Nach 11 Sessions von jeweils 90 Minuten (sie hat das große Paket bei mir gebucht) hat Anita ihre wichtigsten Ziele erreicht. Sie erkennt, dass Charisma nicht nur auf äußeren Faktoren beruht, sondern vor allem auf authentischer Verbindung, Selbstvertrauen und positiver Kommunikation.

Ihre Schüchternheit hat sie weitgehend abgelegt. Sie traut sich mittlerweile auf andere Menschen zuzugehen und wirkt lockerer und resilienter. Auch hat sie von ihren Kollegen das Feedback erhalten, dass sie positiver und selbstbewusster wirkt. Sie interpretiert es so, dass sie charismatischer auftritt.

Sie plant in naher Zukunft an meinem Workshop zum Thema Schlagfertigkeit teilzunehmen.

 

3. Psychologie: die magische Kraft von Charisma

Charismatische Menschen üben eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus, die andere in ihren Bann zieht. Sie heben sich nicht nur durch äußere Faktoren hervor, sondern auch durch ihre Fähigkeit, andere zu schätzen und zu respektieren. Die folgende Geschichte illustriert das.

Charisma im Beruf: Inspirieren, statt beeindrucken

Charisma bedeutet, andere zu inspirieren, anstatt sie einfach nur zu beeindrucken. Eine Geschichte von einem Gala-Abendessen vor über einem Jahrhundert illustriert das: Jennie Jerome, die Mutter von Winston Churchill, saß zwischen den britischen Politikern Benjamin Disraeli und William Gladstone. Neben Gladstone fühlte sie sich von seiner Intelligenz beeindruckt, bewunderte seine Weisheit. Neben Disraeli spürte sie aber die Kraft seiner Präsenz, die sie selbst als klüger empfand.

Diese Anekdote zeigt, wie verschiedene Persönlichkeiten auf unterschiedliche Weise Eindruck hinterlassen können – sei es durch Intellekt oder Charisma. Wahre Anziehungskraft entsteht nicht durch Selbstdarstellung, wie es für Narzissten typisch ist. Es geht vielmehr darum, andere auf bedeutsame Weise zu inspirieren und zu beeindrucken, indem wir sie anerkennen.

 

4. Charisma im Beruf – Philosophie

Kann Charisma in der Philosophie als das Zusammenspiel von Logos, Ethos und Pathos verstanden werden?

Aristoteles sprach in seinem Werk „Rhetorik“ über Logos, Ethos und Pathos als wesentliche Elemente der Überzeugungskunst. Frei interpretiert kann gesagt werden, dass Charisma durch die richtige Mischung von überzeugender Rhetorik (Logos), persönlicher Glaubwürdigkeit (Ethos) und dem Ansprechen von Emotionen (Pathos) entsteht.

Hier sind 3 Gründe, die dafür sprechen, dass alles, was über Charisma gesagt wird, bereits von Aristoteles erwähnt wurde, und 3 Gründe, die dagegen sprechen.

 

Pro These (Logos, Pathos, Ethos mit Charisma gleichzusetzen):

1. Ganzheitlicher Ansatz: Logos (rationale Überzeugungskraft), Pathos (emotionale Ansprache) und Ethos (persönliche Glaubwürdigkeit) sind wesentliche Elemente des Charismas, da sie zusammen eine umfassende Ausstrahlung und Überzeugungskraft schaffen.

2. Wirkung auf das Publikum: Charismatische Redner verwenden Logos, Pathos und Ethos, um eine starke Wirkung auf ihr Publikum zu erzielen, indem sie rationale Argumente mit emotionaler Ansprache und persönlicher Glaubwürdigkeit kombinieren.

3. Verbindung zu Aristoteles‘ Rhetorik: Aristoteles betonte in seiner Rhetorik die Bedeutung von Logos, Pathos und Ethos für überzeugende Kommunikation, was eng mit dem Konzept des Charismas verbunden ist.

 

Contra These (Logos, Pathos, Ethos nicht gleichzusetzen mit Charisma):

1. Begrenzte Bedeutung von Charisma: Charisma ist mehr als nur die Anwendung von Logos, Pathos und Ethos; es umfasst eine natürliche Ausstrahlung und Anziehungskraft, die nicht vollständig durch rhetorische Techniken erklärt werden kann.

2. Etymologie von Charisma: Der Begriff „Charisma“ leitet sich vom griechischen Wort „charizesthai“ ab, was „schenken“ bedeutet. Diese Bedeutung geht über die bloße Überzeugungskunst hinaus und bezieht sich auf die Fähigkeit, andere zu inspirieren und zu beeinflussen.

3. Charakter vs. Technik: Charisma bezieht sich auf persönliche Merkmale und Ausstrahlung, während Logos, Pathos und Ethos eher Techniken der rhetorischen Überzeugungskunst sind, die erlernt und angewendet werden können, unabhängig von der Persönlichkeit.

 

Fazit

Aristoteles legte mit seinen Konzepten von Logos, Pathos und Ethos die Grundlagen für das Verständnis von Charisma. Charisma ist aber mehr als nur eine erlernbare Technik; es ist auch ein Geschenk, (sehe Wortbedeutung von Charisma) das jemandem, der als typisch charismatisch gilt, quasi von Natur aus gegeben wurde.

 

5. Charisma im Beruf fördern: 15 Merkmale

Charisma ist eine kraftvolle Fähigkeit, die Menschen dazu befähigt, andere anzuziehen, positiv zu beeinflussen und zu inspirieren. Jedes Merkmal trägt auf seine eigene Art dazu bei, eine inspirierende und charismatische Präsenz zu entwickeln, die im Kontext des Life Coachings wertvolle Werkzeuge darstellen kann.

 

Hier sind 15 wesentliche Merkmale, die Charisma im Beruf fördern können:

 

1 Selbstbewusstsein:

Charismatische Personen zeigen ein gesundes Maß an Selbstvertrauen, sie heben einen optimalen Selbstwert. Sie glauben an sich selbst und strahlen Zuversicht aus.

Grund: Selbstbewusstsein ermöglicht es authentisch und überzeugend aufzutreten und andere zu inspirieren.

Beispiel: eine charismatische Unternehmerin präsentiert sich selbstbewusst in Meetings, was ihr Team inspiriert, an ihre Vision zu glauben und engagiert mitzuarbeiten.

 

2 Charisma im Beruf – Empathie:

Charismatiker haben die Fähigkeit, sich in die Gefühle und Perspektiven anderer einzufühlen und sich mit ihren Mitmenschen zu verbinden.

Grund: Empathie schafft emotionale Verbindungen und zeigt, dass man sich um die Bedürfnisse und Gefühle anderer kümmert.

Beispiel: Eine charismatische Lehrerin nimmt sich Zeit, um die individuellen Bedürfnisse ihrer Schüler zu verstehen und schafft so eine unterstützende Lernumgebung, in der sich jeder geschätzt und verstanden fühlt.

 

3 Motivation:

Charismatische Personen haben eine starke innere Motivation und sind leidenschaftlich in dem, was sie tun.

Grund: Motivation inspiriert andere, sich ebenfalls zu engagieren und ihr Bestes zu geben.

Beispiel: Ein charismatischer Sporttrainer ist so leidenschaftlich und motiviert, dass er seine Athleten dazu inspiriert, über ihre Grenzen hinauszugehen und ihr volles Potenzial zu erreichen.

 

4 Rhetorik und Storytelling:

Charismatiker sind fähig, Geschichten zu erzählen und Botschaften überzeugend zu kommunizieren.

Grund: Rhetorik und Storytelling helfen dabei, zu überzeugen und emotionale Verbindungen herzustellen

Beispiel: Ein charismatischer Redner verwendet mitreißende Geschichten, um sein Publikum zu fesseln und seine Botschaft auf eine Weise zu vermitteln, die die Zuhörer berührt und inspiriert.

 

5 Positives Mindset:

Charismatische Menschen haben eine optimistische Denkweise und fokussieren sich auf Chancen und Lösungen.

Grund: Ein positives Mindset zieht Menschen an und ermutigt sie, positiv zu denken und zu handeln.

Beispiel: Ein charismatischer Teamleiter nutzt seine Lockerheit, um sein Team aufzumuntern und subtilen Humor einzusetzen, um den Mindset zu verändern.

 

6 Effektive Kommunikation:

Charismatiker sind ausgezeichnete Zuhörer und Kommunikatoren. Sie können klare Botschaften vermitteln und gut auf andere eingehen.

Grund: Effektive Kommunikation fördert Verständnis und Zusammenarbeit in Beziehungen.

Beispiel: Ein charismatischer Verhandler hört aktiv zu, stellt gezielte Fragen und kommuniziert klar und einfühlsam.

 

7 Werte und Integrität:

Charismatische Menschen leben nach ihren Werten und zeigen Integrität in ihrem Handeln.

Grund: Werte und Integrität schaffen Vertrauen und Glaubwürdigkeit in Beziehungen.

Beispiel: Eine charismatische Unternehmensführerin führt ihr Unternehmen mit ethischer Verantwortung und Integrität. Sie verkörpert Werte wie Fairness, Transparenz und Nachhaltigkeit.

 

8 Körpersprache und Ausstrahlung:

Charismatische Personen haben eine positive Körpersprache und strahlen eine magnetische Energie aus.

Grund: Körpersprache beeinflusst, wie andere uns wahrnehmen, und kann eine starke emotionale Wirkung haben.

Beispiel: Eine charismatische Schauspielerin nutzt ihre Mimik, um Emotionen glaubhaft darzustellen, ihre Gestik betont ihre Aussagen und ihre Stimmlage variiert, um Spannung und Interesse beim Publikum zu erzeugen.

 

9 Achtsamkeit:

Charismatiker sind sich bewusst über ihre eigenen Gefühle und die Gefühle anderer. Sie achten auf die Bedürfnisse und Stimmungen ihrer Mitmenschen.

Grund: Achtsamkeit schafft eine empathische Verbindung und ermöglicht es, auf angemessene Weise zu reagieren.

Beispiel: Ein Pfleger bietet nicht nur medizinische Unterstützung, sondern auch einfühlsame Gespräche, ein herzliches Lächeln und eine unterstützende Präsenz.

 

10 Charisma im Beruf – Verführen können:

Charismatiker verstehen die Kunst der Verführung und können Menschen auf positive Weise beeinflussen.

Grund: Verführungsfähigkeiten können dazu verwendet werden, Menschen zu inspirieren und zu motivieren.

Beispiel: Ein charismatischer Redner nutzt Verführung, um sein Publikum in seinen Bann zu ziehen und sie dazu zu bringen, seine Ideen zu unterstützen.

 

11 Richtiges Timing:

Charismatische Personen haben die Fähigkeit, das richtige Timing zu nutzen, um in entscheidenden Momenten Charisma aufblitzen zu lassen.

Grund: Richtiges Timing kann die Aufmerksamkeit lenken und den Einfluss verstärken.

Beispiel: Ein charismatischer Politiker nutzt einen emotionalen Appell im richtigen Moment, um das Publikum zu bewegen und von seiner Philosophie zu überzeugen.

 

12 Lebensziele und Visionen haben:

Charismatische Menschen haben klare Ziele und eine inspirierende Vision für ihre Zukunft.

Grund: Lebensziele und Visionen zeigen Engagement und schaffen eine gemeinsame Richtung für andere.

Beispiel: Ein Technologiepionier, der danach strebt, innovative Technologien zu entwickeln, die das Leben der Menschen verbessern und die Gesellschaft voranbringen.

 

13 Selbstbestimmt sein:

Charismatiker wissen, wer sie sind und was sie wollen, und leben nach ihren eigenen Werten und Überzeugungen.

Grund: Selbstbestimmung vermittelt Authentizität und zieht Menschen an, die diese Stärke bewundern.

Beispiel: Eine charismatische Persönlichkeit verfolgt seine Leidenschaften und lässt sich nicht von äußeren Erwartungen beeinflussen.

 

14 Charismatisches Lächeln:

Charismatiker haben oft ein aufrichtiges und einladendes Lächeln, das eine positive Atmosphäre schafft.

Grund: Ein Lächeln vermittelt Freundlichkeit und Offenheit und schafft eine herzliche Verbindung zu anderen.

Beispiel: Eine charismatische Gastgeberin begrüßt Gäste mit einem herzlichen Lächeln, das eine angenehme und einladende Atmosphäre schafft.

 

15 Anerkennung geben und empfangen:

Charismatische Personen wissen, wie wichtig es ist, anderen Anerkennung zu geben und gleichzeitig selbst Anerkennung

anzunehmen.

Grund: Anerkennung stärkt Beziehungen und erhöht das gegenseitige Vertrauen.

Beispiel: Eine charismatische Mentorin lobt ihre Schützlinge für ihre Fortschritte und inspiriert so ihre persönliche Entwicklung.

 

6. Charisma oder Narzissmus?

 

Eine Studie von dem Psychologen Professor Mitja Back und seinem Team hat gezeigt, dass der „bewundernde“ Narzissmus positiv mit Charisma und Anziehungskraft verbunden sein kann. Das bedeutet, dass bestimmte Arten von Narzissmus, insbesondere, wenn sie durch Bewunderung und Anerkennung anderer geprägt sind, charismatische Eigenschaften aufweisen können. Hierunten einige Gemeinsamkeiten und einige Unterschiede.

 

Charisma und Narzissmus: 3 Gemeinsamkeiten

 

1) Anziehungskraft:

Menschen werden von charismatischen und narzisstischen Individuen oft angezogen.

 

2) Rhetorik und Kommunikation:

Sowohl Charismatiker als auch Narzissten sind oft sehr geschickt darin, ihre Gedanken und Ideen überzeugend zu kommunizieren und andere zu beeinflussen.

 

3) Emotionale Ausstrahlung:

Charismatische Menschen können starke emotionale Verbindungen zu anderen herstellen, ähnlich wie Narzissten, die oft eine Anziehungskraft aufgrund ihrer starken emotionalen Ausstrahlung haben.

 

Charisma und Narzissmus: 3 Unterschiede

 

1) Empathie:

Charismatische Menschen zeigen oft Empathie und können sich in die Gefühle anderer einfühlen, während Narzissten weniger empathisch sind.

 

2) Anerkennung:

Charismatische Menschen erteilen Anerkennung, um andere zu inspirieren, während Narzissten oft Anerkennung zur Aufwertung ihrer eigenen Selbstwertsuche verwenden.

 

3) Verführung:

Charismatiker ziehen Menschen oft aufgrund ihrer positiven und inspirierenden Ausstrahlung an. Narzissten aber neigen dazu, durch Manipulation, Kontrolle, Konflikte und manchmal sogar Mobbing ihre Ziele zu verfolgen.

 

Fazit: Charisma oder Narzissmus

Während Charisma auf einer positiven und inspirierenden Ausstrahlung basiert, die Menschen dazu ermutigt, ihr Bestes zu geben und andere zu unterstützen, kann Narzissmus negative Auswirkungen haben, indem er sich auf die Selbstzentriertheit und die Manipulation von Beziehungen konzentriert.

Ein effektives Life Coaching zielt darauf ab, Charisma zu fördern, indem es authentische Kommunikation, Empathie und Selbstwertgefühl betont, während es gleichzeitig narzisstische Tendenzen erkennt und in positive Verhaltensweisen umlenkt, um bessere Beziehungen und persönliches Wachstum zu erreichen.

 

7. Fazit: Charisma im Beruf

Aristoteles hat mit Logos, Pathos und Ethos die Grundlagen für überzeugende Rhetorik gelegt, die auch ein wichtiger Teil von Charisma ist. Diese Konzepte umfassen rationale Argumentation, emotionale Ansprache und persönliche Glaubwürdigkeit, die entscheidend sind, um andere zu inspirieren und zu beeindrucken.

Charisma geht aber über diese Techniken hinaus, da es eine natürliche Ausstrahlung und Anziehungskraft umfasst, die nicht allein durch Erlernen erlangt werden kann. Aristoteles‘ Konzepte sind ein wesentlicher Bestandteil des Verständnisses von Charisma, aber Charisma selbst ist ein komplexes Phänomen, das jemand quasi als Geschenk gegeben wurde.

 

© Timo ten Barge 1.5.24

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2 Kommentare

  1. Tom

    Hi Timo,
    toller Blog!
    Mir haben die praktischen Beispiele gefallen und auch dein philosophischer Ansatz.

    Hat Aristoteles den Begriff Charisma auch benutzt?

    Viele Grüße,
    Tom

    Antworten
    • Timo

      Hallo Tom
      eine gute Frage, nein, das hat er nicht. Der Begriff „Charisma“ wurde zuerst vom deutschen Soziologen Max Weber geprägt. Er benutzte den Begriff, um eine spezielle Qualität oder Fähigkeit zu beschreiben, die eine Person besonders anziehend und überzeugend macht, vor allem in Bezug auf Führung und Einfluss.
      Mit bestem Gruß,
      Timo

      Antworten

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