Zeitmanagement – wie werde ich selbstbestimmt?

manchmal haben wir intuitiv das Gefühl, dass die Zeit uns kontrolliert – und nicht wir unsere Zeit.

In der Arbeit kommt dieses Gefühl typischerweise dann auf, wenn die (anfängliche) Motivation nachlässt oder wenn sich jemand mit seinen Aufgaben nicht mehr identifiziert. Das wäre dann ein schlechtes Zeitmanagement, aber woran liegt das?

Fremdbestimmt

Fühlt man sich schließlich kaum noch mit den Kollegen oder Vorgesetzten verbunden und sind dementsprechend keine positiven Emotionen mehr vorhanden, wird die aufgewendete Zeit nur noch funktionell erlebt: Dann fühlen wir uns unfrei und fremdbestimmt.

Wer aber lange fremdbestimmt lebt, bekommt früher oder später Probleme, riskiert dann irgendwann ein Burnout.

Zunächst tauchen an dieser Stelle einige Fragen auf. Was ist Zeit für mich? Was bedeutet sie für mich? Wie lässt sie sich einteilen? Dazu gibt es verschiedene Ansätze.

Philosophischer Ansatz → Messbare Zeit und Intuitives Zeitgefühl

So gibt es etwa nach Bergson eine messbare, „quantitative Zeit“ – wenn wir uns z.B. nach der Uhrzeit richten oder Termine einhalten. Diese Zeit können wir mit dem Verstand erfassen.

Eine andere Zeit ist jene Zeit, in der wir uns in Harmonie mit uns selbst und der uns umgebenden Welt fühlen. Für Bergson ist das die wirkliche Zeit. Diese Zeit erfahren wir, wenn wir aus dem ökonomischen Hamsterrad ausbrechen, wenn wir uns die Zeit nehmen zu reflektieren oder uns kreativen Tätigkeiten widmen. Man fragt sich: „bin ich nur noch meine Arbeit?“

Zugang zu dieser wirklichen Zeit verschafft uns die Intuition. Dort können wir unsere Lebensziele verwirklichen und spüren wir Anerkennung.

Pragmatischer Ansatz → Zeit und Werteorientierung

Einen anderen Blickwinkel was Zeitmanagement angeht nimmt Stephen Covey ein. Er teilt sie in vier Bereiche auf:

Im 1. Quadranten befindet sich das, was wir sofort erledigen sollen, damit Zeit übrig bleibt für die wirklich wichtige Dinge des Lebens. (quadrant 2)

Im 2. Quadranten finden sich zu erledigende Aufgaben, die wir mit unseren Werten abstimmen. Bei Bergson ist das das wirkliche Zeiterleben. Da haben wir Zeit für die Selbst-Werdung, für unsere persönliche Entwicklung, da können wir unsere Stärken entfalten.

Im 3. Quadranten werden Aufgaben delegiert, also umverteilt.

Im 4. Quadranten finden sich Dinge, die die Zeit vertreiben, so wie Mails schreiben, im Internet surfen, News konsumieren etc.

Fazit

Vor dem Hintergrund dieser Ansätze können wir durch bewussten Umgang mit der Zeit diese so managen („Zeitmanagement“), dass wir uns wieder freier fühlen und mehr Selbstbestimmung erlangen. Bei Bergson bietet die qualitative Betrachtung der Zeit Lösungsansätze, bei Covey ist der Fokus auf den 2. Quadrant von Bedeutung.

Selbstübung nach Covey

Versuche die Zeit nach nach den 4 Quadranten auf zu Teilen. Wichtig ist dabei den 2.Quadrant genug Zeit zu widmen da es um Pflege und Aufbau von Beziehungen und Persönlichkeitsentwicklung geht. Ein gutes Zeitmanagement heißt, das die Zeit nicht von den kleinen Dingen des Alltags bestimmt werden, sondern von den wichtigen Sachen die sich im 2. Quadrant befinden.

Die 4 Bereiche

1. Dringend & Wichtig

2. Wichtig & Nicht Dringend

3. Nicht Dringend & Nicht Wichtig

4. Nicht Wichtig & Dringend

Übung mit dem Lifecoach – selbstbestimmt werden

Mit dem Lifecoach werden praktische Tools eingesetzt z.B. Das Abstimmen von persönlichen Werten auf Ziele an Hand von Wertelisten um zeit Authentisch zu gestalten. Wichtig sind auch Tages und Wochenplanungen um den Überblick über die Lebenszeit zu erfassen und verschiedene Modellen zur Zielerreichung die dazu beitragen das die Zeit effektiv und sinnvoll eingesetzt wird. Im Grunde geht es darum den 3. Quadrant (nach S. Covey) zu optimieren, aber ohne perfektionistische Ansprüche.

Lesetipps

Henri Bergson „Zeit und Freiheit“

Stephen Covey „Der Weg zum Wesentlichen“

 

© Timo ten Barge [31.05.2017]