Wozu braucht man Ziele?

Ein Mensch hat zwar viel, aber nicht unendlich viel Zeit zur Verfügung und ohne Ziele gehen viele interessante Gedanken, Vorstellungen und Handlungsanreize verloren.

Im Life-Coaching werden unterschiedliche Ziele gesetzt. So geht es vor allem um die optimale Ausschöpfung der eigene Kompetenzen und die Fähigkeit zur selbstständigen Gestaltung. Hauptziel ist es, die eigenen Talente und Stärken zu wecken und zu entdecken.

In der Philosophie ist das eigentliche Ziel die Selbsterkenntnis, also die Möglichkeiten und Grenzen von Geist und Körper richtig einschätzen zu können und daraus intuitiv das Richtige zu schließen.

Die letztliche Bestimmung der humanistischen Psychologie ist die Selbstverwirklichung. Hier soll bei der Realisierung von Zielen, Sehnsüchten und Wünschen, das eigene Wesen zur vollständigen Entfaltung gebracht werden

In der Kommunikation ist das Ziel die optimale Ausschöpfung verbaler und nonverbaler Verständigung. Gespräche sind vor allem dann zielführend, wenn Wertfrei kommuniziert wird.

Wie erreicht man Ziele?

Die beste und einfachste Methode ist es, sich die eigenen Lebensziele aufzuschreiben und zu visualisieren, bevor man sich daran macht, sie zu realisieren.

Das Ziel wird mehrmals anvisiert, einmal als Idee schriftlich auf Papier, dann bildlich visualisiert und gedanklich variiert als Vorstellung und schließlich real verwirklicht als gewünschtes Endergebnis.

Viele sind sehr kreativ, wenn es darum geht, sich bei ganz einfachen Verrichtungen wie beispielsweise beim Einkaufen oder auch bei der Planung einer Reise, kurzfristige Ziele zu setzen.

Andere kennen das Setzen von Zielen nur aus ihrem Beruf und gelangen dort meist mehr oder weniger erfolgreich an ihr Ziel, abhängig vom Zeitmanagement.

Nur die wenigsten jedoch übertragen dieses Modell auf ihr persönliches Leben, vielleicht aus Angst, ihre größten Ziele nicht erreichen zu können, oder weil sie schlicht nicht wissen, wie sie vorgehen sollen.

Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mit Hilfe verschiedener Wissensgebiete, insbesondere aus der Psychologie, der Philosophie und der Kommunikation, persönliche Ziele zu erreichen.

Macht das Erreichen von Zielen glücklich?

Laut K. M. Sheldon, Psychologe für positive Psychologie, sind Menschen, die Ziele um ihrer selbst willen verfolgen, zufriedener und unbekümmerter.

Beim Setzten von Zielen geht es z.B. um persönliche Veränderung, Gemeinsamkeit, Soziales, etc. also um Themen, die Spaß, Begeisterung oder Überzeugungen beinhalten. Dabei sind die eigenen Werte im Spiel. Es sind sogenannte intrinsische Ziele.

Themen wie Wohlstand, Macht, Einfluss und  Selbstbestimmtheit können auch als Zielsetzung dienen und das Wohlbefinden stärken, nur sind sie weniger dauerhaft und eher durch externe Gründe motiviert und nicht aus inneren Antrieb. Es sind sogenannte extrinsische Ziele. Perfektionismus, Selbstzweifel oder Sinnverlust hingegen, schwächen das Wohlbefinden und die innere Motivation. Es entstehen Gefühle wie Frustration oder sogar Wut.

Es gibt auch Mischformen; jemand kann aus eigenem Antrieb extrinsische Ziele verfolgen, wenn er mit Leidenschaft Kleidung einkauft, um sie später mit Gewinn weiterzuverkaufen.

Welche Ziele gibt es?

Es gibt Leistungs- und Entwicklunsgzielen.

Leistungsziele sind eher extrinsisch motiviert. Das heißt, dass man handelt, um eine Belohnung zu bekommen, z.B. eine gute Note, Anerkennung, oder finanzielle Anreize, oder um eine Strafe zu vermeiden.

Auffällig dabei ist, dass sowohl bei Erfolg als auch bei Misserfolg Angst auftreten kann, nämlich wenn der Selbstwert mit persönlichem Erfolg verbunden wird.

Menschen mit einem eher statischen Selbstbild fragen sich womöglich, wie lange der Erfolg zu halten ist. Auch kann es sein, dass Sie auf das Erreichen ihres Ziels zu sehr fixiert sind. So entsteht die Angst zu scheitern oder kein gutes Resultat abzuliefern. Erfolg bedeutet dann beispielsweise gute Ergebnisse zu erzielen, während Fehler dagegen eher als Mangel an Kompetenz bewertet werden.

Entwicklungsziele sind eher intrinsisch motiviert. Handlungsreize sind dann Neugierde, Freude am lernen etc. Diese sind eher prozessorientiert. Der Selbstwert ist dadurch weniger gefährdet und wird unter Umständen sogar gestärkt, weil sich die eigenen Persönlichkeit weiterentwickeln kann.

Menschen, die prozessorientiert sind, haben eher ein dynamisches Selbstbild. Erfolg bedeutet, lernen um besser verstehen zu können, und Fehler werden als Entwicklungsmöglichkeiten wahrgenommen. Es gibt einige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung beider Arten von Zielen.

Methoden 

Es gibt einige Methoden Ziele zu erreichen. Folgende Fragen sind dabei wichtig. sind meine Ziele:

Motivierbar?

Was macht das Ziel reizvoll, welches Bedürfnis wird damit befriedigt? Geht es um ein Entwicklungsziel oder eher um ein Leistungsziel? Rückschläge sind Lernübungen, die die Motivation sogar beflügeln können.

Konkret?

Ein abstraktes Ziel gibt keine eindeutigen Handlungsanreize. Daher ist es zum Beispiel besser, sich vorzunehmen: “Ich werde ab jetzt mit dem Fahrrad zur Arbeit gehen”, als: „Ich will fitter werden“.

Positiv?

Ein Vermeidungsziel ist ein Ziel, das etwas verhindern oder hinauszögern will, z.B.: “Es wäre gut, weniger Trivialliteratur zu lesen.” Ein Annäherungsziel wäre dagegen eine positive Formulierung dieses Ziels, am besten direkt auf die eigene Person zugeschnitten und möglichst nah in die Gegenwart gerichtet, so dass ein positiver Reiz entsteht, z.B.: “Ich lese ab jetzt jeden Tag 30 Minuten Fachliteratur und schaue mir gezielt die Themen an, die ich bei meiner Arbeit aktuell verwenden kann.”

Attraktiv?

Wenn man das Gefühl hat, das Ziel aus eigener Kraft erreichen zu können, steigert sich die Motivation. Dies ist eher möglich, wenn rationale Überlegungen (Kopf) mit emotionalen Beweggründen (Bauch), abgestimmt werden. Beispielsweise kann man auch, verschiedene positive innere Bilder abrufen . So kann man sich vorstellen, wie man sich fühlt, sobald das Ziel erreicht ist. Dadurch fördert man ein positives Selbstbild und Selbstverständnis. das Erzählerische beschreiben motiviert und regt die Einbildungskraft an.

Terminierbar?

Es ist wichtig sich eine Deadline zu setzen. Ansonsten schiebt man seine Pläne nur immer weiter vor sich her.

Schriftlich?

Wenn man Ziele schriftlich fixiert, formuliert man sie automatisch konkreter, positiver und attraktiver. Das konvergente Denken wird angeregt und man setzt sich den richtigen Fokus. Eine Mindmap dagegen regt das divergente (kreative) Denken an.

Messbar?

Das Ziel sollte so formuliert sein, dass auch klar wird,  ob und wann es erreicht werden kann. Außerdem geht es darum, Indikatoren zu bestimmen, die einem anzeigen, ob das Ziel auch wirklich erreicht wurde.

Realistisch?

Es ist ist eigentlich eine banale Wahrheit aber trotzdem überrascht man sich oft dabei, sich die eigenen Ziele zu niedrig oder zu hoch zu stecken. Beides ist frustrierend und demotiviert. Motivierend ist das, was machbar ist und gleichzeitig eine Herausforderung darstellt.

Wer sich Ziele setzt, geht am Zufall vorbei (Stefan Zweig, Schriftsteller)

Ziele - Zielscheibe: blau, weiß, rot.